Wir haben 100 Jahre Frauenwahlrecht gefeiert

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Malu Dreyer: „Unser Land ist stark, weil wir viele starke Frauen haben!“

Mehr als 100 Frauen haben am 29.11.2018, unter dem Motto „Der Stolz der Frauen“ die Einführung des Frauenwahlrechts vor 100 Jahren in der Mainzer Kulturei gefeiert. Die mitfeiernde Ministerpräsidentin von Rheinland-Pfalz, Malu Dreyer, zeigte sich begeistert von der Veranstaltung: „Im November 1918 haben Frauen in Deutschland sich das Recht erkämpft, zu wählen und gewählt zu werden. Das war ein großer, bedeutsamer Meilenstein in der Geschichte der Demokratie. Es war der Grundstein für die gesetzliche Gleichstellung von Frauen und Männern und der erste Schritt zur politischen Teilhabe von Frauen in unserer Gesellschaft.“

Eingeladen hatten wir, die Arbeitsgemeinschaft sozialdemokratischer Frauen (AsF) der Mainzer SPD gemeinsam mit dem SPD Landesverband RLP und weiteren Partnern.

Unsere Vositzende, Gabriele Schneidewind, bedankte sich für die Unterstützung und war sichtlich stolz, dass so viele Teilnehmerinnen aus Politik, Wirtschaft, Gewerkschaften und weiteren Organisationen in entspannter Atmosphäre die Errungenschaften der Frauenbewegung zusammen feierten: „Wir sollten niemals vergessen: Es waren engagierte und mutige Frauen die gegen alle Widerstände in einer von Männern dominierten Welt für uns alle das Wahlrecht und viele weitere Schritte hin zu mehr Gleichberechtigung erkämpft haben.“

Malu Dreyer, kurz zuvor erst aus Berlin angereist, rief den feiernden Rheinland-Pfälzerinnen kampfeslustig entgegen: „Unser Land ist stark, weil wir viele starke Frauen haben! Aber wir stehen auch immer an der Seite von Frauen, die gestärkt werden müssen.“

Zudem machte die Ministerpräsidentin deutlich, dass der Kampf der Frauen für gleiche Rechte weiter geht: „Es kann und darf nicht sein, dass wir 100 Jahre nach Einführung des Frauenwahlrechts von dem Ziel einer paritätischen Besetzung der Parlamente noch so weit entfernt sind. Es ist mir persönlich ein wichtiges Anliegen, den Frauenanteil in der Politik zu erhöhen.“

Besonders die Sozialdemokratie setzte sich schon früh für das gleiche Wahlrecht von Frauen und Männern ein. Bereits 1891 auf dem Erfurter Parteitag verdeutlichte Clara Zetkin der Sozialdemokratie die Bedeutung des Frauenwahlrechts. In Zukunft war die Gleichberechtigung von Männern und Frauen ein festes Anliegen der SozialdemokratInnen. Damit war die SPD die erste Partei, die sich für das Wahlrecht von Frauen einsetzte. Aber auch manche Männer unterstützen früh die Gleichberechtigung. 1895 scheiterte August Bebel im Reichstag mit einem entsprechenden Gesetzentwurf zur Einführung des Frauenwahlrechts – noch fehlte die Mehrheit. Nach dem ersten Weltkrieg hatten sich die Verhältnisse geändert und die SPD führte im November 1918 das Frauenwahlrecht ein.